Archiv für März 2012

Deine Privilegien, deine Verantwortung.

In der letzten Zeit habe ich eine Menge toller Blogbeiträge gelesen, die mir gerade allesamt aus der Seele sprechen und die Gründe für meine aktuelle Politikverdrossenheit wunderbar in Worte fassen. Da wäre zum Beispiel Helga von der Mädchenmannschaft, die davon schreibt, dass sie keine Lust mehr hat, für Selbstverständlichkeiten zu applaudieren; oder Steve, der in einem Gastbeitrag für das goodmenproject erklärt, warum er aus der Position eines Schwarzen nicht mehr über race sprechen wird; außerdem anarchie & lihbe, die keine Lust auf Whiteboys hat, die bei Frauen*/ Feministinnen Zuflucht vor dem bösen Patriarchat suchen; weiter eine Gruppe von People of Color, die via der braune Mob e.V. einen offenen Brief an das Dresden Nazifrei-Bündnis veröffentlicht hat; Nadine von der Mädchenmannschaft, die erklärt, warum nur bestimmte Menschen über sexistische Witze lachen können; und nicht zuletzt Sookee, die in dem tollen Lied „Einige meiner besten Freunde sind Männer“ das Ausleben von männlichen Privilegien innerhalb der sogenannten linken Szene thematisiert. Danke, danke, danke. Ohne Beiträge wie die euren wären viele Tage noch um einiges grauer.

Alle diese Beiträge haben etwas gemeinsam: sie sind aus der Position von gesellschaftlichen Minderheiten geschrieben. Von Personen, die es satt haben, in einer oder sogar mehreren Bewegungen aktiv zu sein, die sich selbst als emanzipatorisch begreifen, aber die eigenen Privilegien und die eigene Sprecher*innenposition viel zu oft nicht mal ansatzweise reflektieren. Ich teile diese Position und auch diese Erfahrungen. (mehr…)