Über Geld reden.

Über Geld redet mensch nicht – das ist eine Aussage, die eine*r sich erstmal leisten können muss. Über Geld nicht reden zu müssen, bedeutet genug zu haben, um deinen Freund*innen nicht erklären zu müssen, dass du wieder nicht mit auf die Party/ in den Urlaub/ zum dem Theaterstück gehen kannst, weil du eben kein Geld hast. Es bedeutet, andere nicht danach fragen bzw. darum bitten zu müssen, dir welches zu leihen, weil du sonst nicht weißt, wie du die Tierarztbehandlung für deinen Hund oder die nächste Stromrechnung bezahlen sollst. Es bedeutet, dass du dich nicht mit anderen (Wahl)Familienmitglieder absprechen musst, bevor du dir den Luxus von Kosmetikprodukten „gönnst“, weil erst mal feststehen muss, dass auch danach noch genug Geld für Grundnahrungsmittel übrig ist. Es bedeutet, den Leuten aus der Universitätsverwaltung nicht erklären zu müssen, dass du den Semesterbeitrag wieder nicht rechtzeitig überweisen konntest, weil du verdammt nochmal nicht wusstest, wo du das Geld hernehmen solltest. Es bedeutet noch viel, viel mehr. Aber das hier sind meine Erfahrungen. Ihr könnt in den Kommentaren gerne ergänzen.

„Scheiß auf Geld“, das ist genauso ein Satz. Konnte ich nicht, werde ich vermutlich nie können. Geld hat in meinem Leben eine Rolle gespielt, so lange ich denken kann. Und das ist zu lange, das war zu früh. Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, Geld für etwas auszugeben, was nicht über_lebensnotwendig ist, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Ohne im Hinterkopf dieses dumpfe Gefühl zu spüren, vermutlich ist es Reue; es wird irgendwo anders fehlen. Ich gehe nicht oft ins Kino, aber wenn, dann sitze ich neunzig Minuten lang da und denke über die 8€ nach, die ich gerade ausgegeben habe. Stiche im Magen. Gewissensbisse. Zu viel Luxus. Zumindest für mich. Eine permanente Belastung, ein Schatten, der immer nah bei mir, hinter mir ist. Stress. Existenzielle Ängste. Angst, die zu Panik wird. Ein Leben in finanzieller Unsicherheit hinterlässt seine Spuren. Panikattacken. Nachts nicht schlafen können, aber am nächsten Morgen trotzdem wieder funktionieren müssen. Leere im Kopf. Sorgen. Kummer.

Und dabei ist Geld das Privileg, was eine*r am einfachsten teilen kann. Andere mal einladen – egal ob auf ein Bier, einen Saft oder eine Urlaubsreise. Mietanteile nicht nach Zimmergrößen staffeln, sondern nach Einkommen. Einfach mal mehr Geld in die Haushaltskasse stecken. Ohne Gegenleistungen zu erwarten. Anderen aushelfen. Das Geld nicht zurückfordern, wenn eine*r es eigentlich gar nicht braucht. Kein schlechtes Gewissen dafür einreden. Das haben Leute, die in armen Verhältnissen leben oder leben mussten, sowieso fast immer. Weil ihnen von allen Seiten genau das gespiegelt wird: Schuld. „Du kannst nicht mit Geld umgehen“, „Du bist zu faul“, „Such dir doch einen Job“, „Warum zieht ihr nicht um?“, „Brauchtest du das denn jetzt wirklich?“. Sich rechtfertigen müssen. Für das Handy. Den Internetanschluss. Die vegane Ernährungsweise. Für jede Stunde Freizeit, die nicht stattdessen in „Geldverdienen“ investiert worden ist. Für die eigene Existenz. Zumindest gefühlt.

Und alle schimpfen auf den Kapitalismus. Reden von „sozialer Ungleichheit“. Und finden das irgendwie ganz schön unfair. Haben reiche Eltern und tragen trotzdem zerschlissene Klamotten. Erzählen mir dann ganz stolz, dass sie ja auch nur von 400€ im Monat leben. Mehr „brauchen“ sie nicht. Und ich sage ihnen, dass mich diese linke Verzichtsethik ankotzt. Dass es doch nicht schlimm ist, dass es Leute gibt, die viel Geld haben – schlimm ist, dass es Leute gibt, die keins haben. Oder zu wenig. Umverteilen bringt mehr als verzichten. Er sagt zu mir: „Aber wenn ich die Miete alleine übernehmen würde, und meine Mitbewohnerin dann ihre Aufgaben im Haushalt nicht erledigen würde, würde ich mich ärgern, ihr das Geld gegeben zu haben“. Geld als Sanktionsmittel. Weil Geld Macht bedeutet. „Wenn du nicht tust, was ich will, streiche ich dir das Geld“. Asymmetrische Beziehungen – was bleibt der Mitbewohnerin, wenn er seinen Aufgaben nicht nachkommt? Nichts. Oder zumindest nicht viel.

Micht kotzt es an, dass (auch innerhalb der Linken) über Geld nicht geredet wird. Und wenn doch, wie darüber geredet wird. Dass es Leuten so unangenehm ist, darüber zu reden. Denen, die welches haben, scheinbar noch viel mehr, als denen, die keins haben. Dass ich das Gefühl habe oder mir sogar bewusst das Gefühl gegeben wird, dass ich mich schlecht fühlen muss, wenn ich das Thema anspreche. Wenn ich konstruktive Kritik übe. Ich sehe gedanklich vor mir, wie in ihren Köpfen Sprechblasen aufploppen. Sie enthalten Worte, die mit Sch… beginnen. Worte, die ich hier nicht wiedergeben will. Kann. Weil sie nicht triggerfrei wären. Weil sie schmerzhaft wären. Anklagend. Weil zu viele von uns sie zu oft gehört haben. Spätestens beim Gang zum Arbeitsamt.

Wenn es schon keine Gerechtigkeit gibt, dann wünsche ich mir wenigstens mehr Solidarität.


7 Antworten auf „Über Geld reden.“


  1. 1 fyrecrotch 15. Februar 2013 um 13:44 Uhr

    dieser post spricht mir aus der seele!
    gerade in linken kreisen gilt es als schick, sich als „arm“ darzustellen, siehe „Haben reiche Eltern und tragen trotzdem zerschlissene Klamotten. Erzählen mir dann ganz stolz, dass sie ja auch nur von 400€ im Monat leben. Mehr „brauchen“ sie nicht.“ so was kenn ich auch zur genüge. und wenn man dann wagt, zu sagen, daß man selber mit der hälfte oder noch weniger auskommen muß, kommen so intelligente Sachen wie „Ja, aber du mußt auch kein auto unterhalten!“ – stimmt, ich laufe, weil ich’s mir momentan nicht leisten kann, mein fahrrad zu reparieren….
    solche sachen sind für mich jedesmal ein schlag ins gesicht.

    undja, ich bin neidisch. ich hätte auch gern wohlhabende eltern, für die es kein problem ist, mich finanziell zu unterstützen, allein schon, um mir nicht 24/7 sorgen ums geld machen zu müssen – allein die ständige sorge darum kann einen seelisch fertig machen, weil man immer ans geld denken muß, ständig. und ich werfe es auch niemandem vor, wenn er geld HAT. ist doch dann super, es freut mich ehrlich für jede_n, der/die sich keine sorgen ums geld machen muß. aber dann bitte nicht so tun, wie wenn man am hungertuch leidet, was soll das überhaupt – ist das falsch verstandene solidarität oder glaubt man wirklich, man sei „arm“, nur weil man mal nicht in die domrep fliegen kann?
    ich naives kind hoffe irgendwie immer noch, die politik würde das bedingungslose grundeinkommen verfolgen, aber aus der ecke hört man ja gar nichts mehr…
    geld ist scheiße.

  2. 2 Bäumchen 15. Februar 2013 um 15:57 Uhr

    Viruletta,
    das ist sooo wichtig und gut was du da ansprichst. Wie oft streite ich mich mit meiner ökologisch versierten Mitbewohnerin darüber, dass diese Verzichtsethik (tolles Wort) keine Lösung ist, die dann vor allem für ärmere Menschen gelten soll, weil sie sich das ,,gute“ Essen nicht leisten können. Wie sehr ich langsam auch die vegane Industrie hasse, weil dadurch, dass veganes Essen was Besonderes wird, während Tierprodukte die Norm bleiben, die Preise schön hochgehalten werden können.
    Ich habe nicht die wohlhabenden Eltern und wenn ich alles verlieren würde auch keinen Ort, wo ich hin zurückkehren könnte um die geldlose Zeit zu überstehen oder um wenigstens Sachen von mir unterzustellen. Ich muss darauf bauen, dass die sozialen Netze außerhalb familiärer Beziehungen funktionieren, dass sie belastbar sind. Und dass weitreichender als in den wenigen Jahren, in denen manche Student*innen eine ,,linke Zeit“ durchleben. Mit welcher Selbstverständnis alle an besonderen Feiertagen zu ihren Familien zurückkehren und dann darüber rumjammern, während sie reich beschenkt werden. Reden über ,,Konsumfest“, profitieren aber dennoch. Wieso lassen sie nicht ihre Verachtung fahren und genießen das Fest einfach, aber nein sie müssen sich noch irgendwie davon distanzieren.
    Ich erfahre auch viel Solidarität, aber es ist nichts wodurch die Panik irgendwann mal verschwinden würde und die ganze Zukunftangst. Ich profitiere im Gegensatz zu manch anderen Menschen, die dafür sanktioniert werden würden, dass in meiner Szene ,,Containern“ hoch angesehen ist, es Umsonstläden gibt undundund. Für andere Menschen würde das überhaupt nicht klargehen. Menschen aus meiner Familie würden eher hungern als von „Müll“ zu leben. Einfach weil die Diskurse bei ihnen so anders liefen.

  3. 3 ma dalton 16. Februar 2013 um 1:38 Uhr

    dieser post hat einen nerv getroffen.
    ich wünsche mir auch mehr solidarität – und fühle mich gleichzeitig wie ein schmarotzer für diesen wunsch.
    aufgrund psychischer krankheit bin ich schlichtweg nicht arbeitsfähig, so sehr ich mir auch das gegenteil wünsche. gottseidank habe ich eine mutter, die mich finanziell unterstützt, obwohl sie selbst nur sehr geringes einkommen hat – weswegen ich mich ständig schuldig fühle, obwohl ich eigentlich *weiß*, daß mir nichts anderes übrig bleibt. es fühlt sich nämlich beschissen ohne ende an, von jemandem finanziell abhängig zu sein. besonders, wenn das wer ist, den man liebt, und die deswegen selbst einbußen hat. nonstop fühle ich mich schuldig. wenn ich das wem erzähle, kommt IMMER der vorschlag, ich solle mir doch einen job suchen. und ich wünschte, ich könnte das. nur wenn es schon enorme überwindung kostet, überhaupt das haus zu verlassen, wenn schon ein so gut wie unüberwindbarer fluchtreflex einsetzt, wenn ich mich in „fremden“ gebäuden befinde, dann ist das nicht möglich.
    momentan versuche ich, mein studium zu beenden, was mir aufgrund meiner erkrankung sehr schwer fällt und sich in die länge zieht. bafög kriege ich keins mehr, dafür studiere ich zu lange. da ich seit kurzem 30 geworden bin, kämpfe ich nun darum, weiterhin als studentin krankenversichert zu sein – dafür muß ich der DAK durch zig Belege zeigen, weshalb mein studium so lange dauert – auch hier gefangen in der rechtfertigungsfalle, muß mit aufwand beweisen, daß ich es „wert“ bin, weiterhin eine bezahlbare krankenversicherung zu haben (und wegen meiner psychiatrischen behandlung ist eine krankenversicherung nochmals umso wichtiger) – und so bescheuert es sich anhören mag, auch hier fühle ich mich schuldig, allein schon, weil ich mit aufwand rechtfertogen muß, daß ich bis jetzt noch kein (finanziell) „wertvolles mitglied der gesellschaft“ bin. und das ist nur *ein* beispiel.
    aufgrund dieser situation habe ich auch kaum irgendwelche sozialen beziehungen mehr (meine 2 wg-mitbewohner ausgeschlossen) – alle freunde sind inzwischen im berufsleben, vom studienort weggezogen. und (neue) soziale kontakte sind so gut wie unmöglich, wenn man beispielsweise nicht abends weggehen kann, weil man finanziell abwägt, daß eine cola beim weggehen 2, 50€ kostet und man für diesen betrag „daheim“ mehrere liter kriegt. auch videoabende bei freunden kann ich nicht wahrnehmen, weil da immer pizza beim lieferservice bestellt wird und ich mir das schlichtweg nicht leisten kann.
    genauso bei einem alten freundeskreis – die haben kontakt, weil sie gemeinsam zu silvesterfeiern in einer hütte in österreich fahren (und sich mir beim preis des zugtickets der magen umdreht) oder im sommer zu irgendwelchen festivals fahren, deren eintrittspreis ich mir bei weitem nicht leisten kann. klar werde ich immer gefragt, ob ich mitgehe. wenn ich dann absage, weil ich keine kohle habe, heißt es immer „och mönsch, schade!!!“, was ich ihnen auch abnehme – aber keineR war je bereit, mich finanziell zu unterstützen, auch wenn manche meiner freunde finanziell sehr gut gestellt sind. und jedesmal, wenn ich absagen muß, ob es ein festival ist oder einfach nur mal nen abend was trinken gehen, kommt für eine millisekunde der gedanke „warum gibt mir niemand was aus/warum unterstützt mich niemand finanziell, wenn sie’s doch locker könnten!!!“, aber eben nur für eine millisekunde, weil ich mich gleich darauf schäme, ich habe doch schließlich null anspruch auf ander leute geld! ich kann doch nichts fordern!
    ich glaube, den wenigsten ist bewußt, wie sehr einen geldmangel auch sozial isolieren kann. was fü schuldgefühle mit jedem beschissenen cent einhergehen. und ich stimme firecrotch da 100%ig zu, wenn sie sagt, daß diese ständige geldsorgen jegliche lebensqualität verhindern. mann, jedesmal wenn ich lebensmittel einkaufen gehe, checke ich vorher mein konto, ob ich es überhaupt noch so weit überziehen kann, um mich in den supermarkt zu wagen.
    das verrückte ist, daß ich mir prinzipiell aus geld nichts mache. ich weiß gar nicht, wie oft ich trotz prekärer lage gesagt habe „ach, laß stecken!“, wenn ich wem was geliehen/ausgegeben/… habe. und das schlimme ist, wenn manTROTZ unverständnis, daß geld = wert sein soll, sich drum kümmern muß, fürs überleben. fürs essen. das busticket. müllgebühren. mein gott, sogar das geld für klopapier reut mich!

    ich bin definitiv kein „wertvolles mitglied der gesellschaft“, schlichtweg deshalb, weil ich kein geld habe und kein geld verdiene. menschlich mag ich top sein, aber das interessiert nicht. das bringt mir gar nichts. dafür gibt es vergleichsweise kaum anerkennung. nur schuldgefühle, nach allen seiten. weil ich meine mutter „ausnutze“, weil ich nicht „dabeisein“ kann, weil ich, nach objektiven maßstäben der gesellschaft, NUTZLOS bin. und obwohl ich eigentlich weiß, daß das am kapitalismus usw. liegt, komme ich mir deswegen als mensch trotzdem nutzlos vor. als komplettversager. und die tatsache, daß ich das in näherer zukunft nicht ändern kann, erzeugt wiederum schuldgefühle, gegen die ich machtlos bin, sie überschwemmen mich.
    klar bin ich mir bewußt, daß es anderen noch viel schlechter geht. dennoch wünschte ich mir, daß irgendwer…, ach, keine ahnung… auch „patenschaften“ für finanzschwache studentInnen übernehmen würde, schließlich gibts ja auch genug leute, die patenschaften für kinder in afrika übernehmen – warum nicht HIER anfangen und leute im „näheren“ umfeld untrstützen??!!?? – und gleichzeitig fühle ich mich bei dem gedanken schuldig, weil es den leuten in afrika etc. ja noch schlechter geht.
    irgendwie sind „geldmangel“ und „schuldgefühle“ so eng miteinander verknüpft, daß es keinen ausweg zu geben scheint.
    ich weiß noch nicht mal, ob ich in der lage bin, mein studium zu beenden – sowohö psychische als auch finanzielle gründe könnten mich sehr wohl „zurück auf null“ bringen. für einen neuanfang fehlen mir aber auch die kraft und die finanziellen mittel. dabei WILL ich ein „nützliches mitglied der gesellschaft“ sein, mit geldverdienen und allem! kaum etwas wünsche ich mir mehr!! ich weiß zwar, daß es wichtigeres gibt, aber die grundlage zum überleben, zum leben überhaupt, ist in unserer gesellschaft nunmal GELD, egal was ich davon halten mag. und daran wird sich in meiner lebenszeit auch nix ändern.

    überall liest man, die kluft zwischen arm und reich in deutschland würde größer und es gäbe immer mehr arme.aber WO SIND DIESE ARMEN? ich höre nichts von ihnen. egal wohin man geht, was man liest, alles ist auf die mittelshicht abgestimmt. beispielsweise artikel in der presse, wo steht, der „geiz“ sei schuld daran, daß es massentierhaltung gäbe, weil die leute nicht viel zahlen wollen für ihr fleisch (oder ihr gemüse etc.). oder daß eltern von „komasäufer-kindern“ für sämtliche behandlungskosten aufkommen sollten.
    daß das für viele menschen (die irgendwie nie zu wort kommen) nichts mit „geiz“ zu tun hat, wird außen vor gelassen. denn sicher, hätte ich mehr finanzielle mittel, ich würde nur noch bioprodukte kaufen! kann ich aber nicht. ich muß die scheiße fressen, die ich mir leisten kann.
    und so sehr ich die ideale der linken szene teile – diese szene hilft mir in meinem eigenen leben NULL weiter. so sehr es mich auch schmerzt, das zuzugeben – was das finanzielle angeht, sind die menschen hier genauso ignorant als in anderen szenen, auch wenn sie von sich behaupten, sie seien sensibler für solche themen. sind sie aber nicht. nicht, was ihr nahes umfeld angeht, überhaupt nicht. das ist meine erfahrung.

    ich weiß, daß meine spezielle situation mich nicht nur in finanzieller hinsicht ans bein pinkelt. aber allein die VORSTELLUNG, mir um geld keine sorgen mehr machen zu müssen… das würde mir so enorm helfen, ich glaube, das kann sich gar niemand vorstellen, der nicht in dieser lage ist.
    ********
    danke für deinen post. ich bin oft in der (feministischen) blogsphäre unterwegs, und dieses thema wird irgendwie nie behandelt. ich danke dir, daß DU es tust. als betroffeneR fühlt man sich so ein klitzekleines stück weniger allein. das heißt was. denn irgendwie hab ich das gefühl, die wenigsten können sich überhaupt vorstellen, wie beschissen es auf so vielen ebenen ist, immer jeden cent 2x umdrehen zu müssen. ich danke dir so sehr, daß du das thematisiert hast.
    danke

  4. 4 Miria 16. Februar 2013 um 21:51 Uhr

    Interessanter Post! Ich selbst mache mir nicht viel aus Geld. Ich habe weder reiche Eltern, noch bin ich selbst reich. Ich studiere, bin aber neben dem Studium in der lage genug Geld zu verdienen, um mir ein angenehmens Leben zu machen. Dazu gehört natürlich nicht viel Luxus, aber den brauche ich auch nicht. Und wenn wirklich das Geld mal knapp werden sollte, so habe ich Freunde, die ich um Hilfe bitten kann und habe dabei kein schlechtes Gewissen, denn ich weiß, ich tu dasselbe auch für diejenigen, wenn es bei ihnen mal knapp ist und ich gerade etwas mehr habe…
    Das scheint mir sowieso irgendwie das schlimmste zu sein, dieses Schuldgefühl, wenn mna sich was leiht oder andere für einen bezahlen. Ich kenne das glücklicherweise nicht. Ich weiß nicht, woran das liegt. Natürlich würde ich gerne öfter mal hochwertigere Dinge kaufen, was Speisen aber auch was Kleidung angeht – manchmal kann ich mir das leisten, manchmal ist das aber einfach nicht drin.
    Ich kenne sie leider auch, diese linken, die einen schief angucken, wenn man nicht bio oder ähnliches hat, die mit den Millionären als Eltern, die einem vorwerfen, sich kapitalistisch ausbeuten zu lassen, wenn man bei einem ihnen nicht genehmen Unternehmen arbeitet. Aber hey, mit ein paar Milliönchen im Rücken, fiele es mir sicher auch leichter…

    Ich hoffe, dass die Schuldgefühle vielleicht irgendwann verschwinden. Die Menschen, die einem helfen möchten auch nicht immer eine Gegenleistung, sondern manchmal einfach nur einem eine Freude machen und das sollte man doch genießen können!

    Liebe Grüße,
    Miria

  5. 5 PseudoPrinzessin 17. Februar 2013 um 23:40 Uhr

    danke für posts wie diese an alle da draußen die es thematisieren. es ist wichtig weil ich und viele andere die das so nicht erlebt haben vll erstmal jemensch brauchen der ihnen solche wahrheiten um die ohren klatscht.
    weil wir menschen mit privilegien so ungern über den tellerrand gucken, ich ertappe mich selbst regelmäßig dabei.

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